Epilepsie

Nachdem Ice den zweiten Krampfanfall hatte, wird Epilepsie bei ihm  leider immer wahrscheinlicher...hier möchte ich die Berichte der Anfälle einstellen, um evtl. auch anderen einen Eindruck von einem Anfall zu geben, da sich jeder Anfall eines Hundes einem anderen unterscheidet...


1. Krampfanfall

Es war nachts,23.07.2013 gegen 0.10 wurde ich wach, aber ich wurde nicht wie sonst wach, ich war sofort hellwach. Ice lief unruhig durchs Zimmer, immer wieder unter den Esszimmertisch.

 

Ich setzte mich auf den Rand von der Couch, holte Ice zu mir, er setzte sich und hampelte so komisch, er versuchte näher zu kommen, auch als ich ihn näher locken wollte, bemerkte ich das er nicht konnte…er hampelte immer mit den Pforderpfoten rum, das Hinterteil wollte nicht mit hoch…Ice hatte die Angst in den Augen stehen, er wusste nicht was passiert…

 

Ich sprang sofort auf, lockte ihn um zu sehen was los ist. Er ging ein paar Meter auf sehr wackeligen Beinen, sackte immer wieder weg. Mein erster Gedanke war Vergiftung. Ich bin direkt in die Küche gelaufen, habe die Kohletabletten eingeweicht und das Handy geholt um meine Schwägerin anzurufen. Ich war noch nicht ganz fertig, da hörte ich es hinter mit in der Küche rumpsen. Ich drehte mich sofort um…Ice saß noch halb, versuchte sich zu halten und Krampfte…ich habe ihn direkt hingelegt und meine Schwägerin angerufen…

 

…es dauerte endlos lange bis sie ran ging, er lag vor mir, mit dem Rücken zu mir und habe ihn ruhig aber fest gestreichelt. Sobald ich auch nur Ansatzweise aufhörte, versuchte er zu mir zu schauen…die ganze Zeit diesen Panischen Blick, er wollte „nur“ Hilfe, die ich ihm nicht geben konnte… der ganze Körper steif, die Beine am strampeln und treten, unkoordinierte Bewegungen in alle Richtungen…

 

…als sie endlich ans Telefon ging, habe ich ihr sofort erzählt was los ist…sie beruhigte mich und führte mich durch den Anfall…

 

Es wurde besser, Ice wurde ruhiger, ich wurde ruhiger…

 

Er lag vor mir, halb in meinen Armen, ein Gefühl der Hilflosigkeit, nichts machen zu können, nicht zu wissen was da grade abgeht…zu sehen und zu fühlen wie der ganze Körper unter Strom steht, zwischendurch die Atemaussetzer, die Anstrengung in den Händen zu spüren- wie jeder Atemzug zum Kampf wird…zu zu sehen- ohne helfen zu können

 

Dieser Blick, die ganze Zeit über dieser Hilfe suchende Blick, der durch Mark und Bein geht…immer dabei zu versuchen Kontakt auf zu nehmen…die pure Angst in den Augen- nicht zu wissen was grade passiert- hilflos am Boden zu liegen...

 

Seit dem haben wir sehr viel Untersuchen lassen...der Anfangsverdacht war Insulinom, da der Glukosewert über mehrere Tage zu niedrig war...der Insulinwert ist grenzwertig- es kann weder komplett ausgeschlossen, noch bestätigt werden...

2. + 3. Krampfanfall

25.09.13, gegen 17.20 Uhr ging es wieder los...er versuchte aus dem Weidekörbchen zu kommen, was er nicht schaffte, weil die Hinterpfoten nicht mit wollten...

 

Ich bin dann direkt aufgesprungen- Merlin leider auch und ist auf Ice drauf, dann habe ich erstmal den "entsorgt" und aus dem Wohnzimmer geworfen...

 

Dann bin ich zu Ice, habe ihn gestreichelt und versucht zu beruhigen und habe auch sofort das Handy genommen um Videos zu machen...

 

 

Hier sieht man auch noch wie ich Merlin raus schmeiße, weil ich die Tür wohl nicht richtig zu gemacht hatte...das war so ziemlich der Anfang...man sieht das hoch stehende Hinterbein, die riesigen Pupillen und den Speichelfluss...

 

Video 1

 

Im zweiten sieht man die Muskelkontraktionen im Hinterbein, das wackeln vom Kopf, wie er versucht trotz des Krampfes aufzustehen um wieder Körperkontakt zu haben, die Speichelpfütze....

 

Video 2

 

Als er nicht wieder raus kam habe ich Macke gerufen und ihn geweckt...als er mit dabei war wurde es auch langsam besser...dann kam direkt der dritte Anfall hinterher...stärker als der der davor, aber schwächer als der erste...

 

 

Das ist das dritte Video, wo er sich wieder setzen kann und dann der 3. Anfall hinterher kommt...es geht in den Hinterbeinen los...beim hinlegen ist er dann mit dem Kopf derbe aufgeschlagen, von Macke lässt er sich in dem Zustand nicht hinlegen...beim nächsten Mal (Ich hoffe das es sehr, sehr lange dauert, wird direkt ein Kissen geholt...

 

Video 3

 

Auf dem vierten Video das war zum ende des Anfalls, sieht man die extrem verkrampfte Vorderpfote...

 

Traubenzucker hat nicht geholfen...dann habe ich direkt bei Elke angerufen, da war Ice noch nicht wieder richtig da...Das ganze ging 15 Minuten, erst dann kam er ganz langsam wieder...

 

So richtig weg ist er dabei nicht, auch wenn ich von Abwesenheit schreibe....wenn ich aufhöre zu streicheln oder mich von ihm entferne, versucht er im Krampf zu mir zu kommen, er will dann die Nähe oder auch die Sicherheit, dass er nicht alleine ist...er ist dann abwesend, reagiert aber auf Ansprache...wenn er "wieder richtig da ist" dann merkt man, dass er am ganzen Körper entspannt und wie immer versucht sich an die Hand anzuschmiegen...

 

Diese Anfälle waren komplett anders als der erste...er hat anders gekrampft und sich im Anfall anders verhalten...durch Mackes Anwesenheit war ich auch ein wenig entspannter, dadurch konnte ich auch Videos machen und eben auch testen, in wie weit er weg ist......als direkt der nächste folgte und er auch so lange Abwesend war, hab ich langsam wirklich Angst bekommen...ich habe seit dem ersten Anfall sehr viel über Epi gelesen...vielleicht auch zu viel...die Angst vor einem Grand Male Anfall steigt jetzt enorm....ich musste mich richtig zusammen reißen, dass ich nicht losheule, das hätte Ice sicher nicht beruhigt 

 

Ich habe heute noch mal intensiv mit Macke das Thema behandelt...ich werde mir definitiv ein Notfallmedikament geben lassen, Diazepam rektal, und da wir jetzt warten müssen,was das schlimmste ist, in welchem Abstand der nächste Anfall kommt, um ihn evtl auf Medikamente einstellen zu können, ist es die Hölle...auch werden wir nächsten Monat erneut den Insulinwert testen lassen um zus chauen in wie weit sich dieser verändert hat...

 

...der Gedanke, nicht da zu sein wenn es wieder los geht, alleine zu sein und dann Panik zu bekommen, ihm nicht helfen zu können und dieser Blick...diese riesigen Pupillen....die Panik in seinen Augen, weil er nicht weiß was grade passiert...